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Die echte Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa und aufgrund ihres typischen Duftes sehr bekannt. Leider findet man sie in der freien Natur nur noch selten, da sie bevorzugt in der Nähe von Getreidefeldern wächst, aber in diesen Gegenden bekämpft wird.

Getrocknete Kamillenblüten wirken entzündungshemmend und krampflösend und werden deshalb gegen Blähungen und als Magenmittel eingesetzt. Da sie vor allem bei krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt helfen, sind sie auch ideal für die Anwendung bei Menstruationsbeschwerden.

Inhalationen helfen bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege und Bäder oder Spülungen wirken direkt über die Haut. Nicht zuletzt ist Kamillentee schon seit alten Zeiten als Schlaf- und Beruhigungsmittel bekannt.

Die Anwendung der Kamille zu therapeutischen Zwecken ist also sehr vielseitig, doch auf den bewirtschafteten Getreidefeldern gilt sie als Unkraut und ist nicht sehr willkommen. Viele Landwirte bekämpfen die Arzneipflanze mit chemischen Herbiziden, die sich negativ auf die Biodiversität und die Nahrungskette auswirken.

Im Sinne einer biologischen Landwirtschaft sollte von einer Maximierung der Erträge zugunsten der Artenvielfalt und eines gesunden Ökosystems Abstand genommen werden. Außerdem hat die echte Kamille auf Weidetiere ebenso viele positive Wirkungen wie auf den Menschen.

 

Literaturhinweis

Eva Marbach Verlag

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Natur wirkt - Kamille
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Botanischer Name:
Echte Kamille – Matricaria chamomilla


Familie:
Korbblütler (Asteraceae)


Volksnamen:
Apfelkraut, Haugenblume, Helmriegen, Hermelin, Kummerblume, Laugenblume, Mägdeblume, Muskatblume und Mutterkraut.


Inhaltsstoffe:
Chamazulen, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Gerbstoffe, Schleimstoffe und ätherisches Öl.


 

Allgemeine Beschreibung

Die Kamille ist eine einjährige, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 bis 50 cm und trägt 2- bis 3-fach gefiederte Blätter. Die Blütenköpfchen bestehen aus gelben Röhrenblüten, die von ca. 15 weißen Zungenblüten umgeben sind und auf einem kegelförmig gewölbten Blütenboden stehen. Das Aussehen erinnert an Gänseblümchen, die jedoch viel kleiner sind.

Die beliebte Heilpflanze wächst auf Äckern, lehmigen Böden und Waldwiesen sowie an den Rändern von Getreidefeldern. Sie stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa, ist heute jedoch in ganz Europa, Nordamerika und Australien verbreitet. Im alpinen Raum ist die Kamille bis in Höhen von 1300 Metern anzutreffen und ihre Blütezeit reicht von Mai bis September.

Die Echte Kamille ist in der freien Natur kaum noch anzutreffen, die heute überall erhältliche Droge stammt meist aus Kulturen. Arzneiliche Anwendung finden vorwiegend die getrockneten Blüten bzw. das aus den Blüten gewonnene Kamillenöl. Der charakteristische Geruch der Pflanze stammt vom darin enthaltenen ätherischen Öl, der Geschmack ist aromatisch und etwas bitter.

 

Medizinische Anwendung

Die Heilwirkung der Echten Kamille ist medizinisch allgemein anerkannt. Äußerlich angewendet wirkt sie desinfizierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd, sodass sie zur Behandlung von Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bakteriellen Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches eingesetzt wird.

Bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich versprechen Spülungen und Bäder mit Kamille ebenso eine rasche Linderung der Beschwerden. Außerdem hilft Kamille in Form von Inhalationen bei entzündlichen Erkrankungen und Reizzuständen der Atemwege sowie bei Erkältungen.

Innerlich wirkt die Kamille schweißtreibend, wärmend, krampfstillend und entzündungshemmend. So findet sie vor allem medizinische Anwendung bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie z.B. bei Gastritis, Enteritis oder Colitis sowie bei Blähungen, bei Krämpfen im Verdauungstrakt und bei Menstruationsbeschwerden.

Kamille wirkt entkrampfend auf die Harnorgane und kann leichte Nierenschwäche und Blasenbeschwerden lindern. Die harntreibende Eigenschaft dieser Arznei hilft zudem schädliche Stoffe auszuscheiden und wirkt sich positiv auf Stoffwechselerkrankungen aus. Zuletzt sei die beruhigende Wirkung auf das Nervensystem erwähnt, die bei Schlaflosigkeit Abhilfe schaft.

 

Literaturhinweis

Kooperation Phytopharmaka GbR

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

Herbal Medicinal Product Committee (HMPC)

Gesellschaft für Phytotherapie e.V.

Eva Marbach Verlag

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