Natur wirkt - Zirbe

Die ätherischen Öle der Nadelhölzer gelten gemeinhin als reinigend und klärend. Besonders der Zirbe, die unter schwierigsten Bedingungen auf über 2000 Metern Seehöhe wächst, werden Ausdauer, Kraft und Beständigkeit zugeschrieben. Sie ist vielseitig anwendbar und hilft in Zeiten großer mentaler Erschöpfung.

Zirbenöl wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und schleimlösend – der Hauptwirkstoff dabei ist Pinosylvin. Inhalationen fördern eine vertiefte Atmung und die Sauerstoffaufnahme der Lunge. Die Anwendung ist besonders bei Erkältungen und Nebenhöhlenerkrankungen zu empfehlen.

Doch die wohltuende Wirkung beschränkt sich nicht nur auf den Körper. Der Duft der Zirbe stützt und beruhigt ebenso den Geist. Er hilft bei Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche und sorgt für einen erholsamen Schlaf. Außerdem soll ein entspannter Spaziergang im Zirbenwald noch dazu böse Gedanken vertreiben.

Ob als Badezusatz oder direkt auf der Haut aufgetragen – Zirbenöl hilft bei rheumatischen Beschwerden, Muskel-und Gelenkschmerzen. Ein Heilbad mit einem starken Aufguss aus unreifen Zirbenzapfen regeneriert den Bewegungsapparat und bringt einen ruhigen Schlaf.

Auch Zirbenschnaps ist sehr beliebt – er wird nicht nur getrunken, sondern dient auch als Grundlage für Einreibungen. Er wirkt blutreinigend, hat einen hohen Anteil an Vitamin C und beruhigt die Nerven. Um Zirbenschnaps selbst herzustellen, werden die frischen Triebe und Nadeln im Frühjahr in hochprozentigen Schnaps eingelegt.

 

Literaturhinweis

Lexikon der Alpenheilpflanzen von Astrid Süßmuth, AT Verlag 2013

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Botanischer Name:
Zirbelkiefer – Pinus cembra


Familie:
Kieferngewächse (Pinaceae)


Volksnamen:
Arbe, Arve, Dschember, Cirum, Zirbel und Zirm.


Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, u.a. mit Pinosylvin, Harzsäuren, Fette und Eiweiß.


 

Allgemeine Beschreibung

Die immergrüne Zirbe kann eine Höhe von 30 Metern und einen Durchmesser von bis zu 2 Metern erreichen. Ihre Krone zeigt sich für gewöhnlich säulenförmig mit einer stumpfen Spitze, wobei ihr Wuchs stark von den Witterungsverhältnissen geprägt ist. Die Rinde von jungen Zirben ist glatt, silber-graugrün und teilweise glänzend und wird mit zunehmendem Alter graubraun und rissig.

An einem Kurztrieb wachsen jeweils fünf Nadeln, die 5 bis 10 cm lang, bläulich-grün gefärbt und dreikantig geformt sind. Sie fallen nach 4 bis 6 Jahren ab und sorgen für eine mächtige Humusdecke in den Wäldern. Die Zapfen sind dick eiförmig, 5 bis 9 cm lang und 3 bis 6 cm dick. Sie sind auffallend bläulich-violett gefärbt, blühen in der Zeit von Mai bis Juli und enthalten durchschnittlich 93 Samen.

Die Zirbe ist ein Baum des Hochgebirges, der im Durchschnitt 200 bis 400 Jahre alt wird, jedoch auch ein Alter bis zu 1000 Jahren erreichen kann. Die jungen Bäume wachsen dabei besonders langsam und blühen erst nach 50 bis 80 Jahren. Ihre Widerstandsfähigkeit verdankt die Zirbelkiefer ihren weit ausgreifenden Senkerwurzeln, die oft eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen eingehen.

Trotz ihrer Genügsamkeit hinsichtlich des Bodens und des Klimas, verlangt die Zirbe nach kurzen und warmen Sommern, sowie reichlich Luftfeuchtigkeit und tiefgründigen Böden. Sie ist vor allem in den Zentralalpen (Wallis, Engadin, Ötztaler- und Zillertaler Alpen) und den Karpaten verbreitet und bis in Höhen von 2850 Metern zu finden. Sie bevorzugt extrem saure und nährstoffarme Podsolböden.

Die Zirbelkiefer ist eine der dauerhaftesten heimischen Nadelholzarten mit einer hohen Formstabilität. Ihr Holz ist harzreich, weich und zäh, gut zu bearbeiten und besitzt einen starken charakteristischen Duft, den es sich jahrzehntelang bewahrt. Aufgrund dieser Eigenschaften wird die Zirbe vermehrt als Möbelholz verwendet, ihr Wohlgeruch soll dabei äußerst beruhigend wirken.

Die wohlschmeckenden und nahrhaften Zirbelkerne werden gerne als Leckerei und zum Backen verwendet. Die frischen und zerschnittenen Zapfen, die zwei Jahre bis zur Reifung benötigen, werden traditionell in Korn und Obstschnaps eingelegt um daraus den weithin beliebten Zirbenschnaps zu machen. Dieser wird in der Volksmedizin bei Magenverstimmungen und Übelkeit sowie bei Nervenschwäche und allgemeinen Schwächezuständen eingesetzt.

 

Medizinische Anwendung

In der Volksmedizin gilt die Zirbe als beruhigend, herzentlastend und antibakteriell. Außerdem soll sie die Durchblutung fördern und die Atmung erleichtern. Sie wird bei Bronchitis und Schnupfen sowie zur Linderung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. Neben ihrer schleimlösenden Wirkung hilft sie dabei auch gegen etwaige Schwellungen.

Das ätherische Zirbenöl hilft zudem mittels Inhalation bei Erkältungen und bei Entzündungen der Nebenhöhlen. Bei äußerlicher Anwendung dient die Zirbelkiefer der Muskelrelaxation bei Genickschmerzen und Verspannungen im Rücken. Zirbenholz enthält darüber hinaus bis zu 0,5 % Pinosylvin, ein Enzym das toxisch auf Schadorganismen wie Pilze und Bakterien wirkt.

Der wohltuende Geruch der Zirbe soll förderlich für einen erholsamen und tiefen Schlaf sein und die Herzschlagrate senken. Diese Wirkungen wurden jedoch wissenschaftlich bislang nicht belegt, die Ergebnisse betreffender Studien sind aufgrund fehlender Daten nicht nachvollziehbar.

Bei der Anwendung der Zirbe zu Heilzwecken ist Vorsicht geboten. Das ätherische Öl kann Haut und Schleimhaut reizen und bei großflächiger Anwendung Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen. Außerdem sind diese Anwendungen nicht für Säuglinge und Kleinkinder geeignet.

 

Literaturhinweis

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

Herbal Medicinal Product Committee (HMPC)

Gesellschaft für Phytotherapie e.V.

Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH

Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie

Naturschutzbund Österreich

Wildfind (Wängle)

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