Natur wirkt - Ringelblume
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Botanischer Name:

Ringelblume – Calendula officinalis


Familie:

Korbblütler (Asteraceae)


Volksnamen:

Butterblume, Dotterblume, Goldblume, Ringelrose, Ringula, Sonnenbraut, Studentenblume, Totenblume und Warzenkraut.


Inhaltsstoffe:

Flavonoide, Triterpenalkohole, Triterpensaponine, Carotinoide, Polysaccharide, Bitterstoffe, Fettsäuren und ätherisches Öl.


 

Allgemeine Beschreibung

Die Ringelblume ist eine einjährige, selten auch zweijährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 30 bis 60 cm erreicht. Der aufrechte Stängel ist flaumig beharrt und besitzt ungestielte, hellgrüne Laubblätter. Die kräftig orangefarbenen Blütenköpfchen haben einen Durchmesser von 5 bis 7 cm und bestehen aus trichterförmigen Röhrenblüten, die von einem Kranz Zungenblüten umgeben sind.

Die Pflanze stammt vermutlich aus dem nordafrikanischen Atlasgebirge und ist heute in Mittel-, Süd- und Osteuropa heimisch. Man findet sie häufig als Zierpflanze in Gärten oder verwildert auf nährstoffreichen und lockeren Böden an Schuttplätzen, Wegrändern und Zäunen. Sie blüht sehr kräftig den ganzen Sommer hindurch bis in den Spätherbst hinein von Juni bis Oktober.

Viele Mythen und Geschichten ranken sich um die Ringelblume, deren deutsche Bezeichnung von ihren krallenförmig gebogenen Samen stammt. So diente sie den Bauern früher zur Vorhersage des Wetters. Wenn sich ihre Blütenköpfe bis sieben Uhr morgens nicht öffneten, so konnte man an diesem Tag mit Regen rechnen. Außerdem wurde sie von jungen Frauen als Liebesorakel benutzt.

Die Ringelblume war auch als Heilpflanze bereits im Mittelalter bekannt. Die hauptsächlich aus den Zungenblüten gewonnene Arznei wurde dabei sehr vielseitig eingesetzt und gilt auch heute noch als anerkanntes Mittel für eine schnelle Wundheilung. Heute wird die Pflanze auch als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.

 

Medizinische Anwendung

Die Ringelblumensalbe ist eine der beliebtesten Heilsalben bei der Behandlung von Insektenstichen, Verbrennungen, bei blauen Flecken und anderen Wunden. Sie wirkt entzündungshemmend und sorgt für eine rasche Wundheilung. Sie findet bei Hautentzündungen, Krampfadern und Ekzemen sowie bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut Anwendung.

Aufgrund ihrer abschwellenden, antibakteriellen und pilztötenden Wirkung kann sie auch bei Hautpilz eingesetzt werden. Die Ringelblume lindert Schmerzen und fördert die lokale Durchblutung, weshalb die therapeutische Breite ihrer äußerlichen Anwendung sehr weitreichend ist. So dient sie auch zur Behandlung von Warzen und unreiner Haut. Es ist jedoch zu beachten, dass bei der äußerlichen Anwendung allergische Reaktionen in Form von Rötungen und Jucken auftreten können.

Bei der innerlichen Anwendung stärkt die Ringelblume die Verdauungsorgane, wie Leber und Galle und kann akuten Brechreiz lindern. Ihre abführende Wirkung dient zudem der Heilung von Magen- und Darmstörungen sowie von Magengeschwüren. Bei Menstruationsbeschwerden wirkt sie krampflösend und ihre östrogenartigen Wirkstoffe lindern Beschwerden in den Wechseljahren.

 

Literaturhinweis

Kooperation Phytopharmaka GbR

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

Herbal Medicinal Product Committee (HMPC)

Gesellschaft für Phytotherapie e.V.

Eva Marbach Verlag

Fachverlag für Gesundheitswissen

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