Natur wirkt - Preiselbeere
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Preiselbeeren, bei uns auch Granten genannt, werden vorrangig zu Marmelade verarbeitet und wegen ihrem herbsauren Geschmack geschätzt. Dabei macht sie ihr hoher Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen zu einem wertvollen Nahrungsmittel, das auch in der Phytotherapie vielseitig einsetzbar ist.

Frischgepresster Preiselbeersaft ist aufgrund seiner antibakteriellen und desinfizierenden Wirkung eine wertvolle und vielseitige Arznei. Der wohlschmeckende und süße Saft stärkt das Immunsystem und das Wohlbefinden. Die Früchte enthalten viele organische Säuren, Mineralsalze und Spurenelemente, die essentiell für die körperliche Gesundheit sind. Zudem sind die Beeren reich an Provitamin A und den Vitaminen B1, B2 und B6.

Medizinisch relevant sind jedoch nicht nur die Beeren, sondern ebenso die Blätter. Das in ihnen enthaltene Proanthocyan macht die Preiselbeere zu einem medizinisch anerkannten Heilmittel für Harnwegserkrankungen, wie Blasenkrämpfen und Entzündungen. Sie hat gegenüber Antibiotika einen grundlegenden Vorteil, weil die Nebenwirkungen geringer sind und die Darmflora nicht geschädigt wird.

 

Literaturhinweis

Österreichische Apothekerkammer

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Natur wirkt - Preiselbeere
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Botanischer Name:
Preiselbeere – Vaccinium vitis idaea


Familie:
Heidekrautgewächse (Ericaceae)


Volksnamen:
Kronsbeere, Grante, Riffelbeere, Grestling, Bickelbeere, Bockskraut, Buchs- od. Fuchsbeere, Winteräpfelchen und Zwangerl.


Inhaltsstoffe:
Arbutin, Anthocyan, Gerbstoff, Gerbsäure, Oxal- und Bernsteinsäure, Ericolin, Pektin, Vitamin A, B und C.


 

Allgemeine Beschreibung

Die Preiselbeere ist ein 10 bis 40 cm hoher, immergrüner Zwergstrauch mit wechselständig angeordneten Laubblättern und glockenförmigen, weißen bis rosafarbenen Blüten. Die kugeligen, anfangs weißen und dann scharlachroten Beeren haben einen herb-säuerlichen Geschmack und ein knackig-festes Fruchtfleisch. Medizinisch relevant sind sowohl die Beeren als auch die Blätter.

Die echte Preiselbeere ist eine reine Wildfrucht und wächst nur an natürlichen Standorten. Der Anbau dieser Pflanze kann deshalb nur in Gebieten erfolgen, die den ökologischen Anforderungen, besonders hinsichtlich des Bodens, gerecht werden. Die Preiselbeere wächst auf sauren Lehm- und Torfböden sowie in trockenen Nadelwäldern im Gebirge. Sie ist in Eurasien und Nordamerika weit verbreitet und blüht von Mai bis Ende Juni.

Die Beeren werden von August bis Oktober gesammelt und meist in Form von Säften, Kompotten und Marmeladen zubereitet. Aufgrund der in ihnen enthaltenen Ascorbinsäure, die konservierend auf Lebensmittel wirkt, sind Produkte aus Preiselbeeren gut haltbar. Generell weisen die Früchte einen hohen Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen auf.

 

Medizinische Anwendung

Die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe der Preiselbeere befinden sich in den Blättern und den Beeren, die als allgemein anerkanntes Heilmittel bei Harnwegsentzündungen gelten. Dies liegt einerseits an dem in den Blättern enthaltenen Arbutin, welches harndesinfizierend wirkt und andererseits am Proanthocyan, welches die Anheftung von E.coli-Bakterien an die Blasen- und Nierenzellwand verhindert.

Die Heilpflanze hat vor allem bei chronischen Infekten einen grundlegenden Vorteil gegenüber Antibiotika, da die Nebenwirkungen gering sind und die Darmflora nicht geschädigt wird. Der Saft der Preiselbeere wirkt außerdem harntreibend und antibakteriell und ist reich an Vitamin A, B, C, was ihn zu einem hervorragenden Mittel zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen macht.

Arzneimittel aus der Preiselbeere werden generell zur Behandlung von Harnwegserkrankungen, wie Blasenkrämpfen, Entzündungen des Nierenbeckens, bei schmerzhafter Harnentleerung und bei Bettnässen herangezogen. Darüber hinaus gelten sie als wirksames Mittel bei Erkältungen, Husten, Durchfall und Appetitlosigkeit.

 

Literaturhinweis

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

Herbal Medicinal Product Committee (HMPC)

Gesellschaft für Phytotherapie e.V.

Eva Marbach Verlag

Österreichische Apothekerkammer

Caesaro-Med Gesundheitsprodukte

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Natur wirkt - Hagebutte
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Botanischer Name:
Hunds-Rose – Rosa canina


Familie:
Rosengewächse (Rosaceae)


Volksnamen:
Hagrose, Heckenrose, Wildrose, Zaunrose, Weinrose und Apfelrose.


Inhaltsstoffe:
Ascorbinsäure, Pektine, Zucker, Fruchtsäuren, Duftstoffe, Gerbstoffe, Carotinoide sowie Linol- und Linolensäure.


 

Allgemeine Beschreibung

Hagebutten sind die Sammelnussfrüchte der Gattung Rosa, die weltweit verbreitet und sehr artenreich ist. Als traditionelle Arznei gelten dabei vier Arten: die Alpenheckenrose, die Essigrose, die Hundertblättrige Rose und die Hundsrose. In diesem Abschnitt befassen wir uns mit der Letzteren.

Die winterfeste und unempfindliche Hundsrose ist ein schnell wachsender, kräftiger Strauch, der in ganz Europa verbreitet ist. Sie hat überhängende Zweige und sichelförmige Stacheln. Die Blüten bestehen aus fünf rosafarbenen, herzförmigen Kronblättern. Die Hagebutten sind rot, oval und hart und beinhalten zahlreiche behaarte Samen. Sie wächst an Wald- und Wegrändern und blüht im Juni.

Hagebutten werden am besten im Oktober nach dem ersten Frost gesammelt und können roh gegessen werden, wenn man die darin befindlichen Nüsschen entfernt. Traditionell werden Sie zu Mus oder Konfitüre verarbeitet und gelten daher als Lebensmittel. Arzneimitteln der Schulmedizin werden sie hauptsächlich zur Geschmacksverbesserung beigemischt.

Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen erhielt die Hagebutte keine Einstufung als traditionelles Arzneimittel im Sinne der Phytotherapie, sehr wohl aber die Rosenblütenblätter. Die Verwendung der Hagebutte als Heilmittel ist dennoch weit verbreitet und die therapeutische Breite dieser Pflanze gilt als weitreichend.

 

Medizinische Anwendung

Aufgrund ihres hohen Vitamingehaltes wird die Hagebutte zur Behandlung von Erkältungen und Grippe eingesetzt. Sie stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und verschafft Abhilfe bei Vitamin C-Mangel. Der Tee der Hagebutten oder ein Aufguss der Rosenblütenblätter wirkt sich positiv auf Entzündungen im Mund- und Rachenraum aus.

Laut Auskunft der Österreichischen Apothekerkammer können die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe der Kerne zur Behandlung von Arthrose verwendet werden. Sie dienen der Linderung der Schmerzen und der Steifheit bei Gelenkarthrose und führen zu einer Verbesserung der Lebensqualität. Bei dem aktiven Wirkstoff handelt es sich vor allem um Galaktolipid.

Das Mus der Hagebutten wird aufgrund seiner austreibenden Wirkung gegen Gicht und Rheuma eingesetzt und das Öl der Hagebuttenkerne kann zur Hautpflege und bei Hautreizungen angewendet werden. Darüber hinaus wirkt die Hagebutte leicht abtreibend und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen.

 

Literaturhinweis

Kooperation Phytopharmaka GbR

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

Herbal Medicinal Product Committee (HMPC)

Gesellschaft für Phytotherapie e.V.

Österreichische Apothekerkammer

Eva Marbach Verlag

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